Osama bin Laden wurde verantwortlich gemacht für die schlimmsten Terroranschläge der letzten Jahre. Für viele Menschen war er gar der Inbegriff des Bösen.
Der Top-Terrorist Osama Bin Laden ist tot.
Osama Bin Laden und sein Terrornetzwerk Al Kaida sind für die schlimmsten terroristischen Attacken der vergangenen Jahre mit Tausenden von Toten verantwortlich. Nach den Attentaten vom 11. September 2001 in New York und Washington ist er für viele Menschen zum Inbegriff des Bösen geworden.
Ein US-Team habe den Angriff ausgeführt und sich der sterblichen Überreste bin Ladens bemächtigt. «Der Gerechtigkeit ist Genüge getan worden», sagte der Präsident in einer kurzfristig anberaumten Rede im Weissen Haus. Obama sagte, er habe den geheimen Einsatz angeordnet.
Bin Laden sei nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bei einem Hubschrauberangriff auf ein Haus getötet worden, berichteten sowohl Vertreter der USA als auch Pakistans. Demnach seien vier Helikopter an dem Einsatz beteiligt gewesen, wovon einer aber anscheinend abgestürzt sei, nachdem vom Boden aus das Feuer eröffnet worden war, berichtete ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter. Zu möglichen Opfern sagte er nichts.
Gestartet seien die Hubschrauber von einem pakistanischen Luftwaffenstützpunkt im Norden des Landes, sagte der Geheimdienstmitarbeiter. Bei der Aktion seien auch Frauen und Kinder in Gewahrsam genommen worden. Lange Zeit war vermutet worden, dass sich Bin Laden in den Bergen entlang der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt hält.
Zur Wachsamkeit aufgerufen
Der Präsident warnte, dass al-Qaida weitere Angriffe vorbereiten werde. Daran gebe es «keinen Zweifel», sagte Obama. «Wir müssen und wir werden zu Hause und im Ausland wachsam bleiben.»
Wegen der Gefahr vor möglichen Vergeltungsmassnahmen rief die US-Regierung ihre Bürger in aller Welt zur Wachsamkeit auf. In einer Mitteilung des Aussenministeriums wurden Bürger in besonders brisanten Regionen «angesichts der Unsicherheit und Unberechenbarkeit der gegenwärtigen Lage dringend» aufgerufen, Massenversammlungen oder Demonstrationen zu meiden.
Freudenrausch in Washington
Die Nachricht von Bin Ladens Tod verbreitete sich in den USA wie ein Lauffeuer. Schon bevor Obama vor die Kameras trat, um den Tod offiziell zu bestätigten, hatten sich mehrere Tausend Menschen vor dem Zaun des Weissen Hause versammelt. «Wir haben ihn, wir haben ihn», jubelten sie.
Bin Laden wird von den USA für die Terroranschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht, bei denen fast 3000 Menschen starben. Die USA machen ihn auch für weitere Anschläge verantwortlich, darunter die Attentate auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1996, bei denen mehr als 200 Menschen starben, und der Angriff auf den US-Zerstörer «Cole» im November 2000 im jemenitischen Aden mit 17 Toten.
Radikale Islamisten verehrten den Anführer der Terrororganisation Al Kaida dagegen und nahmen jede seiner Tonband- und Videobotschaften, die von arabischen Medien und Islamisten-Websites verbreitet wurden, begierig auf. Obwohl die USA ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf den meistgesuchten Terroristen der Welt ausgesetzt hatten, gelang es ihm über Jahre, sich einer Festnahme zu entziehen.
Sohn des reichsten Bauunternehmers Saudi-Arabiens
Osama bin Laden wurde 1957 in Saudi-Arabien als eines von 57 Kindern des Bauunternehmers Mohammed Awad bin Laden geboren, der dort während des Baubooms ein Vermögen machte. Die Familie hat ihre Wurzeln im Jemen. Osama bin Laden war elf Jahre alt, als sein Vater bei einem Helikopterabsturz ums Leben kam.
Als sich Bin Laden 1979 den «Gotteskriegern» anschloss, die in Afghanistan gegen die sowjetischen Besatzer kämpften, konnte er dafür in Saudi-Arabien noch Ehre einheimsen. Er half, unter den Augen der USA, den Nachschub an Waffen und arabischen Kämpfern zu organisieren.
Nach Abzug der Russen aus Afghanistan trat er für kurze Zeit wieder in den Familienkonzern ein. Sein Privatvermögen soll zeitweilig 300 Millionen Dollar betragen haben. Andere schätzen es auf nur einen Zehntel.
Gegen die «Kreuzfahrer» im Land des Islam
Der Golfkrieg gegen den Irak 1991 bedeutete eine neue Wende in seinem Leben. Er kritisierte die Stationierung von US-Soldaten in Saudi-Arabien, wo mit Mekka und Medina die heiligsten Orte des Islam liegen. Das brachte die Herrscherfamilie Al- Saud gegen ihn auf.
Bin Laden verliess das Land und wich für fünf Jahre in den Sudan aus. 1996 wiesen ihn die Sudanesen auf amerikanischen Druck aus. Er ging zurück nach Afghanistan und wurde ein enger Verbündeter der Taliban. Nach deren Sturz 2001 tauchte er unter und meldete sich fortan nur noch mit Hassbotschaften aus dem Untergrund zu Wort.
Unbestrittene Symbolfigur an der Spitze Al-Kaidas
Obwohl sich vor allem in den vergangenen acht Jahren vielerorts lokale Al-Kaida- Ableger mit eigenen Anführern gebildet hatten, war die Führungsrolle Bin Ladens in der islamistischen Terrorszene bis zuletzt unumstritten.
Bin Laden hatte drei Ziele: Die Vertreibung allen Einflusses des Westens - der «Kreuzfahrer» - aus der islamischen Welt, den Sturz der Regimes in der islamischen Welt sowie die Errichtung eines islamischen Kalifats mit der Scharia als alleinige Richtschnur sowie die Ausbreitung des Islam möglichst weltweit.
In den vergangenen zwei Jahren hatte Bin Laden neben dem von ihm propagierten «Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen» auch andere Themen für sich entdeckt wie etwa den Klimawandel oder die Finanzkrise. Von den arabischen Revolutionen wurden er und seine Getreuen dagegen überrascht.
Osama Bin Laden wurde bereits auf See bestattet
Man habe die See-Bestattung gewählt, um zu verhindern, dass Bin Ladens Grab eine Pilgerstätte für Terroristen wird. so weiss niemand, wo Bin Ladens sterbliche Überreste sind.
Die US-Behörden betonen, sie hätten Bin Laden streng nach islamischer Vorschrift bestatten.
Die islamische Tradition sieht eine Waschung des toten Körpers vor durch andere Muslime gleichen Geschlechts. Nur Märtyrer sollen ungewaschen in ihren Kleidern und ihrem Blut beigesetzt werden. Der Leichnahm sollte noch am Tag seines Todes bestattet werden, in der Regel beim nächsten Gebet, das ansteht (Muslime beten fünf Mal pro Tag). Normalerweise wird der Körper in ein Leinentuch eingehüllt, das auch sein Pilgergewand sein kann, sofern er die Wallfahrt nach Mekka durchgeführt hat und findet danach in einem simplen Erd- oder See-Bestattung seine letzte Ruhe.
Politiker zeigen sich in ersten Reaktionen erleichtert über den Tod von Osama Bin Laden. «Das ist ein ganz wichtiger Moment», sagt der frühere US-Präsident Clinton.
«Dieses historische Ergeignis stellt einen grossen Sieg für Amerika und für alle Leute, die für den Frieden auf der ganzen Welt eintreten», erklärte George W. Bush, Ex-Präsident der USA in einer ersten Stellungnahme.
Wie er reagierten auch viele andere Politiker in den USA mit grosser Erleichterung und Freude über den Tod von Osama Bin Laden, wie BBC und Nachrichtenagenturen berichten.
Frage: Wurde Osama Bin Laden jemals Beweiskräftig verurteilt ? gz

