Digital
Schnüffelstaat: Schweiz will überall schnüffeln
Geht es nach dem Willen von Justizministerin Simonetta Sommaruga, gibt es für staatliche Ermittler im Internet bald keine technischen Schranken mehr: Mit einer Revision der Verordnung über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (VÜPF) will sie erreichen, dass Telecom- und Internetprovider künftig im Auftrag des Bundes nicht nur Telefone abhören, E-Mails abfangen oder Internetadressen überprüfen können. Neu sollen sie technisch dazu fähig sein, den gesamten Verkehr eines Verdächtigten im Internet in Echtzeit mitzuverfolgen – sei es eine Teilnahme an einem Chat, eine Google-Recherche oder ein virtueller Kinobesuch auf Youtube.
Unter welchen Voraussetzungen der Staat solche Überwachungen anordnen dürfe, sei nur ungenügend geregelt, sagen Kritiker aus dem Parlament und aus Interessenverbänden: «Die Verordnung weitet die Überwachung massiv aus, verliert aber kaum ein Wort zum Datenschutz», kritisiert Andreas Hugi, Sprecher des Informatik- und Telecomverbands ICT Switzerland. «Es ist beispielsweise völlig unklar, wann der Staat das Recht hat, bei den Providern die Passwörter von Privaten anzufordern.» ICT Switzerland wurde wie auch die politischen Parteien nicht zur Vernehmlassung über die VÜPF-Revision eingeladen, richtet aber einen scharfen Protestbrief an Sommaruga.
«Gesetzlich nicht erlaubt»
FDP-Nationalrat Ruedi Noser geht in seiner Kritik einen Schritt weiter und moniert, dass «die Verordnung technische Voraussetzungen für Methoden schafft, die gesetzlich nicht erlaubt sind und die das Parlament in Debatten klar abgelehnt hat». Die Revision des Bundesgesetzes zur Wahrung der inneren Sicherheit wies das Parlament beispielsweise 2009 zur Überarbeitung zurück, weil geplante Abhörmethoden aus Sicht der Räte gegen verfassungsmässige Grundrechte verstossen hätten.
Als der Bundesrat im Sommer 2010 die gesetzliche Grundlage des VÜPF revidieren wollte – das Gesetz über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) –, hagelte es ebenfalls Kritik. Seither liegt die Revision auf Eis. Dennoch treibt Sommaruga die Überwachung im Internet nun über den Verordnungsweg vorwärts. CVP-Ständerat Bruno Frick meint: «So geht das nicht. Die geplanten massiven Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte bedürfen zuerst einer Gesetzesregelung.»
Eine ablehnende Haltung ist auch vom Schweizerischen Verband der Telekommunikation (Asut) zu erwarten. Er ist zur Vernehmlassung eingeladen, hat seine Antwort aber noch nicht veröffentlicht. In internen Asut-Papieren, die dem TA vorliegen, ist von fehlenden Gesetzesgrundlagen die Rede sowie vom Ignorieren des Verhältnismässigkeits-prinzips und steigenden Kosten für die Provider.
Grundsätzliche Kritik kommt schliesslich von der Interessengruppe Digitale Gesellschaft (DG), hinter der unter anderem die Piratenpartei steht oder die Swiss Internet User Group, die seit Jahren mit dem Big-Brother-Award auf Datenschutzprobleme aufmerksam macht. DG fordert klare «Schranken, welche die Strafverfolgungsbehörden künftig einhalten müssen». Überdies verweist sie darauf, dass der Begriff des «Internetanbieters» in der Verordnung unklar sei. Man wisse nicht, ob künftig nur sogenannte Access-Provider wie Swisscom oder Cablecom oder auch die unzähligen Content-Provider wie Google, Ebay oder die Newsseiten von Tageszeitungen die massiven Investitionen in Überwachungstechnologien tätigen müssten. «Für Hunderte kleiner Betriebe würde dies das Aus bedeuten», warnt DG in ihrem Protestbrief.
Departement ohne Bedenken
Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte wollte sich gestern nicht äussern. Er nimmt Stellung, sobald die Regierung die definitive Revision des VÜPF verabschiedet hat. In seiner Stellungnahme zur Gesetzesrevision BÜPF monierte er indes fehlende Grundlagen für geplante Grundrechtseingriffe.
Das Justizdepartement betont, dass die Verordnungsrevision bloss «eine Nachführung von Überwachungstypen» bringe, die «seit Jahr und Tag von den Strafverfolgungsbehörden angeordnet und von den Zwangsmassnahmengerichten genehmigt werden». Das BÜPF genüge als Gesetzesgrundlage. Die revidierte Verordnung genüge den Anforderungen des Datenschutzgesetzes. Bereits früher hätten Provider technische Installationen bezahlen müssen. Bisher nicht betroffene Anbieter fielen auch künftig nicht unter das VÜPF.
Quelle: Tages-Anzeiger
Wikileaks: Anonymous hackte HBGary Sicherheits Firma
Anonymous kompromittiert amerikanische Sicherheitsfirma
Eigentlich wollte die Security-Firma HBGary dem FBI helfen, gegen Anonymous vorzugehen. Stattdessen wurden einige ihrer Systeme gehackt und unter anderem über 50.000 interne E-Mails veröffentlicht. Langsam zeichnet sich ein komplettes Desaster für das Unternehmen ab.
Bekannt geworden ist HBGary, deren Web-Auftritt derzeit offline ist, unter anderem durch ihren ehemaligen Technikchef James Butler, der für seine sehr frühen Arbeiten zu Windows Rootkits verdientermaßen Lorbeeren erntete. Mittlerweile ist das zentrale Produkt der Firma der HBGary Responder, mit dem sich der Arbeitsspeicher von Windows-Systemen untersuchen lässt. Es kommt oft bei Strafverfolgungsbehörden als Forensik-Tool zum Einsatz, lässt sich aber auch zur Schädlingserkennung einsetzen.
Darüber hinaus werden nun langsam Details über andere Geschäftsfelder der Firma bekannt. So diente sich Aaron Barr, Chef der Tocherfirma HBGary Federal, dem FBI an, Licht ins Dunkel von Anonymous zu bringen – der Bewegung, die durch Operation Payback angeblich Wikileaks unterstützten wollte. Dazu sammelte Barr vor allem Informationen über IRC-, Facebook- und Twitter-Accounts von angeblichen Aktivisten. Bevor Barr seine Ergebnisse an die US-Behörden verkaufen konnte, kam es jedoch ganz anders: Unbekannte brachen in mehrere Systeme ein und veröffentlichten nicht nur dieses Dossier, sondern auch HBGarys E-Mail-Archive und weitere Informationen.
Zusammen mit den Firmen Palantir und Berico erstellte HBGary Federal etwa auch eine Analyse der "Bedrohung Wikileaks" mit Handlungsempfehlungen. Dort heißt es unter Bezug auf den Journalisten Glenn Greenwald, der sehr intensiv und enthusiastisch über Wikileaks berichtete: "Diese Form der Unterstützung muss zum Erliegen gebracht werden". Wie sich das bewerkstelligen ließe, erklärte man ebenfalls: Profis wie Greenwald hätten zwar oft eine liberale Tendenz. Vor die Wahl zwischen beruflicher Karriere und ihr Anliegen gestellt, würden sie sich aber letztlich meist für die Karriere entscheiden.
Die gestohlenen E-Mails enthalten darüber hinaus noch einigen Sprengstoff. So dokumentieren die veröffentlichten Kopien etwa, dass der Mitgründer und renommierte Rootkit-Experte Greg Hoglund der Firma Farallon Research ein von HBGary konzipiertes, vollkommen neuartiges Super-Rootkit mit dem Code-Namen Magenta anbot. Farallon will nach eigenem Bekunden "Firmen mit fortschrittlicher Technologie mit den Anforderungen von US-Regierungsbehörden" zusammen bringen. Für den Rüstungskonzern General Dynamics entwickelt HBGary unter Code-Namen wie Project C usw.
Neben dem Mail-Server und dem Web-Auftritt der Firma wurde im Übrigen auch die Security-Site Rootkit.com kompromittiert, die Hoglund nebenbei betrieb. Unter anderem wurden die Zugangspasswörter des Diskussionsforums geknackt und veröffentlicht. Unter den registrierten Nutzern des Security-Forums finden sich viele prominente Namen. Viele der Forenteilnehmer haben offensichtlich bewusst einfache "Wegwerfpasswörter" verwendet. Das kann allerdings trotzdem unangenehm werden, wenn man das dann auch auf anderen Sites verwendet hat. So wurden anscheinend schon bei einer ersten, automatisierten Auswertung 225 Passwörter gefunden, mit denen auch ein Zugang zu Twitter möglich sein soll.
Ein interessantes Detail am Rande ist die Art und Weise, wie sich die Einbrecher Zugang zu der Site verschafft haben. Offenbar gelang es ihnen mit fingierten E-Mails, einen der Administratoren zu überreden, "mal eben schnell" einen SSH-Zugang von außen zu gestatten. Wie die Angreifer bereits zuvor an das Root-Passwort gekommen waren, ist bislang unbekannt. Angesichts der Praxis von HBGary, selbst sensible Daten einfach unverschlüsselt per Klartext-Mail zu verschicken, ist es aber nicht wirklich verwunderlich, dass Passwörter in fremde Hände geraten.
Pdf Datei englisch WikiLeaks_Response_v6.pdf
Quelle: http://www.heise.de
Save the Internet
Was da in den USA abgeht ist bedenklich. Einige grosse Provider versuchen auf biegen und brechen Kapital durch teure Beschränkungen zu schlagen. Schliesse Dich der gegen Bewegung an. Sonst ist es bald auch bei uns in Europa der Fall. Wir müssen uns wehren, gegen solche Einschränkungen. Klick auf das Logo links um auf der Seite der Freiheit zu landen. Vielen Dank!
The FCC and Congress have proposed new Net Neutrality rules, but these rules must deliver an open Internet for all. In the months ahead, the public must make sure that the FCC and Congress stand up to the telecom industry, which has unleashed hundreds of lobbyists and millions of dollars to stop an effective Net Neutrality rule.
What does Net Neutrality mean to you? Why is it important for the FCC and Congress to stop companies like AT&T and Comcast from controlling content on the Web? In your own words, tell us why you need a free and open Internet.
SAVE THE INTERNET Homepage
Über soziale Netzwerke und deren Gefahren
Von der Eröffnung eines Profils bis zur Nachlassverwaltung Von Kurt Haupt
Seine Internet-Persönlichkeit bei Diensten wie Facebook, Myspace, Xing oder Linkedin zu veröffentlichen ist einfach. Deren Image zu pflegen gehört aber für viele zur teils lästigen Pflicht. Doch der Stellvertreter im Internet wirft manchmal unerwünschte Schatten.
Social Networking Sites sind meistens gratis, aber sie sind keine gemeinnützigen Einrichtungen. Es findet ein Handel statt: Dienstleistungen für Benutzerinnen und Benutzer im Tausch gegen deren Daten. Das erklärt der eidgenössische Datenschutzbeauftragte schon seit Langem auf seiner Beratungsseite im Internet.
Während seine Warnungen früher meist belächelt wurden, erfahren inzwischen immer mehr Internet- Nutzer, dass die Publikation von Persönlichem nicht nur neue Freunde schafft.
Das Internet Vergisst nie
Die Schattenseiten des "Ich-bin-auch-dabei"-Internet zeigen sich etwa beim grössten Anbieter Facebook. Seit dessen Start vor knapp vier Jahren haben über 400 Millionen Menschen ihre Persönlichkeit mit Daten und Bildern und vor allem auch ihren Freundeskreis öffentlich gemacht.
Wer beim Facebook-Start als 16-Jähriger Fotos von feuchtfröhlichen Trinkgelagen publiziert hat, merkt aber heute, dass Personalchefs bei der Bewertung von Stellenbewerbungen auch Internet- Referenzen einziehen.
Zwar kann man Bilder bei Facebook auch wieder einfach entfernen, doch aus dem Internet löschen lassen sie sich schwer. Die Gedächtnisfunktion von Google oder Archive.org stellen auch Gelöschtes noch jahrelang öffentlich bereit.
Referenzdienste wie 123people holen ferner Daten und Fotos nicht nur bei Facebook direkt ab, sondern verknüpfen sie auch mit anderen Quellen.
man findet alles
Selbst wer selber nie ein Bild von sich veröffentlicht hat, riskiert, auf zweideutigen Gruppenbilder erkannt zu werden. Wenn etwa ein Kollege ein Gruppenbild publiziert und die Personen darauf mit der Funktion "Namen markieren" identifiziert, wird aus einem Anonymen plötzlich eine erkennbare Person.
Einen Schritt weiter gehen automatische Gesichtserkennungsdienste wie Photofinder von Face.com oder Polar Rose. Diese vergleichen ein einmalig identifiziertes Gesicht mit Tausenden von anderen Fotos und bringen alle Bilder zutage, auf denen diese Person ebenfalls zu finden ist.
Diese automatische Identifizierung betrifft inzwischen nicht nur Facebook. Es ist absehbar, dass man einst auch via Google automatisch sämtliche Bilder aus dem Internet fischen kann, auf denen eine bestimmte Person zu finden ist.Sammelt selber
Fast schon gespenstisch ist, dass Facebook und andere Social-Network-Dienste inzwischen auch über Daten von Personen verfügen, die selber nie etwas mit einem solchen Angebot zu tun haben wollten.
Damit das Freundschaftsnetz möglichst einfach aufgebaut werden kann, können Facebook-Nutzer ihr privates Adressbuch komplett in die Datenbank von Facebook kopieren. Alle darin aufgrund ihrer E- Mail-Adresse erkannten Facebook-Mitglieder werden als Freunde vorgeschlagen.
Bisherige Facebook-Abstinenten werden automatisch per E-Mail zur Teilnahme aufgefordert. Dabei fallen die kompletten Adressdatenbestände in die Hände der Dienstbetreiber und werden von diesen auch genutzt. Die im Adressbuch aufgelisteten Personen können sich dagegen nicht wehren.
Zweischneidig ist auch die Fähigkeit der sozialen Netzwerkdienste, automatisch neue Daten zu sammeln. Wer etwa über Internet fernsieht oder Musik hört, kann seine Freunde wissen lassen, welche Sendungen oder Songs er zurzeit konsumiert.
Selbstverständlich können Handybesitzer auch ihre aktuelle Position dank GPS-Naivigation via Social- Network-Dienste dem Freundeskreis automatisch mitteilen. Auf der Beizentour oder beim Einkaufsbummel findet man seine Online-Freunde dann sogar in der Realität.
Dass bei solchen Funktionen umfangreiche persönliche Datensammlungen in die Hände der Dienstbetreiber gelangen, ist vielen nicht klar. Wie eine Dokumentation der Electronic Frontier Foundation (EFF) zeigt, werden solche Daten in den USA bereits von Ermittlungs- und Steuerbehörden genutzt.
Verschiedene Gesichter (Fake Acounts)
Wer auf Freundschaftsnetze im Internet nicht verzichten will und trotzdem einen Teil seiner Privatsphäre wahren will, sollte einerseits die Bedingungen der Anbieter lesen und die möglichen Restriktionen für den Datenschutz aktivieren.
Ferner muss man prüfen, ob und welche Daten und Bilder man löschen kann und ob man im Internet erstellte Inhalte und Freundeslisten auch wieder auf den PC zurückkopieren kann.
Es empfiehlt sich auch, mit unterschiedlichen digitalen Identitäten durch das Internet zu stöbern und dabei Privates und Geschäftliches strikt durch verschiedene Konten und Adressen zu trennen.
Immer wichtiger wird ferner auch die Verwaltung des digitalen Nachlasses. Nur wer frühzeitig dafür sorgt, dass die nächsten Angehörigen im Todesfall die nötigen Zugangsdaten von sämtlichen Internetdiensten und E-Mail-Konten erhalten, gibt diesen die Möglichkeit, auch über den digitalen Nachlass zu verfügen.
Gary McKinnon: Bis zu 70 Jahre Gefängnis
Mit Bezeichnungen wie „Gefährlichster Computerhacker aller Zeiten“ versuchen die USA wohl den Teufel an die Wand zu malen. So soll wohl verschleiert werden, was die Welt gegenwärtig erlebt. Die Ausübung ihrer Macht. Die USA als Folternation,- als Invasoren, - als Verursacher der Wirtschaftskrise,- als einzige Nation die jemals Atom Waffen auf eine Zivilbevölkerung angewendet hat. Ein Geheimdienst der labilen Muslimen Waffen andreht, und sie dann als Vorbild Terroristen verurteilt. Wahrlich,- keine gute Voraussetzung das Ansehen der USA zu fördern. Denke ich mal.
Dieser Mann (Gary McKinnon) wollte vermutlich wirklich nur herausfinden, ob die Gerüchte über UFO`s in den Archiven der NASA Tatsache sind. Und,- soviel bekannt ist, hat er auch solche gefunden. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann käme dieser Punkt (Verschleierung einer wichtigen Tatsache für die ganze Menschheit) dazu. Offensichtlich hat er damit einen wunden Punkt in der Politik der USA getroffen. Anders kann man sich die lebenslange Haftandrohung,- sprich verschwinden lassen, nicht erklären. Man könnte auch den Amerikanern vorwerfen, eine äusserst nachlässige Verschlüsselung auf ihren Systemen zu betreiben. GZ
Dem britischen Hacker Gary McKinnon, der sich Zugang zu Computern des US-Militärs und der Raumfahrtbehörde Nasa verschaffte, droht die Auslieferung an die USA und bis zu 70 Jahre Gefängnis.
Der britische Innenminister Alan Johnson lehnte ein Gesuch des 43-Jährigen ab, in Großbritannien vor Gericht gestellt zu werden. Eine Auslieferung verstoße nicht gegen die Menschenrechte, erklärte Johnson nach einer Prüfung neuer medizinischer Gutachten. McKinnon leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus. Eine Auslieferung könnte ihn nach Ansicht seiner Familie und Anwälte schlimmstenfalls in den Selbstmord treiben.
Er habe Garantien von den US-Behörden erhalten, wonach McKinnon dort medizinisch versorgt werde, erklärte Johnson. McKinnons Anwältin Karen Todner kündigte in der BBC an, juristisch gegen die Entscheidung des Innenministers vorzugehen.
„Gefährlichster Computerhacker aller Zeiten“
McKinnon war 2001 und 2002 in 97 Rechner der US-Armee und der Raumfahrtbehörde NASA eingedrungen. Er selbst beteuerte stets, er sei auf der Suche nach Beweisen für die Existenz von Ufos gewesen. In den Vereinigten Staaten drohen ihm wegen Sabotage bis zu 70 Jahre Gefängnis. McKinnon ist laut den USA der gefährlichste Computerhacker aller Zeiten.
Sein Fall wird seit 2002 verhandelt. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen hatte sich die damalige Innenministerin Jacqui Smith im Oktober 2008 für die Auslieferung ausgesprochen.
04.12.2009
"UFO-Hacker" nutzt letzte Rechtsmittel gegen Auslieferung an die USA
Die Zeit für den "UFO-Hacker" läuft ab. Anwälte von Gary McKinnon[1] versuchen mit einem erneuten Einspruch vor dem Londoner High Court[2], die unmittelbar bevorstehende Auslieferung des 43-Jährigen an die USA doch noch zu verhindern. Das britische Innenministerium gewährte McKinnon am Donnerstag eine Fristverlängerung für den Einspruch um sieben Tage bis zum 10. Dezember. Das Gericht soll die Entscheidung von Innenminister Alan Johnson überprüfen, neue medizinische Erkenntnisse zu McKinnons Gesundheitszustand nicht zu berücksichtigen und mit der Auslieferung fortzufahren. Bei McKinnon wurde das Asperger-Syndrom diagnostiziert, eine Form des Autismus.
Johnson hatte in der vergangenen Woche entschieden, die medizinischen Beweise seien nicht ausreichend, um die Auslieferung aus humanitären Gründen zu stoppen. McKinnon, dem die USA den wiederholten Einbruch in militärische Computersysteme vorwerfen, sollte zunächst am 10. Dezember ausgeliefert werden. Der Innenminister, der wegen seiner harten Linie in dem Fall unter starkem öffentlichen und inzwischen auch politischem Druck steht, hat jedoch erneut bekräftigt, mit der Auslieferung nicht fortzufahren, solange McKinnon noch Rechtsmittel bleiben. Sollte das Londoner Gericht den Antrag auf Überprüfung ablehnen, bleiben McKinnons Anwälte noch zwei Wochen für einen erneuten Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte[3] in Straßburg. Dort war der Schotte bereits einmal abgewiesen[4] worden.
Sollten die letzten Rechtsmittel scheitern, könnte McKinnon theoretisch noch in diesem Jahr an die USA ausgeliefert werden. Die US-Regierung wirft dem Schotten vor, zwischen 2001 und 2002 in zahlreiche Computer von Regierungseinrichtungen eingedrungen zu sein und wollen ihm deshalb den Prozess machen. McKinnon hatte eingeräumt, sich Zugang zu Computern etwa der NASA, des Pentagon und des US-Militärs verschafft zu haben, um nach unterdrückten Informationen über UFOs zu suchen. Während McKinnon nur neugierig gewesen sein will, verfolgen die US-Ankläger den "größten Militärcomputer-Hack aller Zeiten" und beziffern den Schaden auf 800.000 US-Dollar (530.000 Euro). Im Falle einer Verurteilung in den USA drohen McKinnon bis zu 70 Jahre Haft.
Anmerkung: Wie kommen die auf einen Schaden von 800`000 Dollar ? GZ
Bericht von Fokus Online 27. Nov. 2009
Webseiten erstellen
Ein guter Start in die Internet Welt, gelingt mit dem Freeware Programm Sea Monkey, - ehemals Netscape. Sea Monkey ist ein WISIWYG Editor, dass heisst, - man sieht gleich was man bastelt, und das ist für den Einstig sehr günstig.
Sea Monkey (Homepage Sea Monkey)
Ein Browser der es in sich hat, und Freeware ist. Neben dem normalen Gebrauch als Browser + E-Mail, kann man mit diesem Programm auch Internetseiten erstellen. Alle Grundlegenden Funktionen sind vorhanden. Mit wenigen Ausnahmen funktioniert die Bearbeitung recht gut, sogar auf einem MiniMac.
Gleich beim öffnen des Browsers hat man die Option, eine neue Seite zu erstellen, oder auch eine bestehende zu öffnen. Man kann auch eine bestehende Seite mit "öffnen mit .." aus dem Finder aufrufen. Dann die Seite mit "editieren".
Die Einteilung eines Fensters macht man am besten mit einer Tabelle. So hat man ein Gerüst, dass recht gut formatierbar ist. Auch nachträglich kann die Tabelle verändert werden. Mit hinzufügen von Zellen, oder verschmelzen mit der nächsten Zelle, lassen sich eindrucksvolle Layouts erstellen.
Wählt man eine solche Tabelle als ganzes aus, kann von Anfang an auch die Schrift gewählt werden, so wie Farbe und Ausrichtung in den Zellen.
Man arbeitet mit "Rows" Zellen und "Spalten"
In die Zellen kann auch ein Bild eingefügt werden, oder entsprechend ein Platzhalter (weisses Bild), um die Darstellung zu verbessern. Besonders die "Rows" (Zeilen) haben die unbequeme Eigenschaft, dass wenn sie nicht beschrieben sind, sie einfach mit den nächsten Zeilen zusammenschrumpfen. Deshalb die Platzhalter mit dem weissen Bild. Das ist kein Problem von Sea Monkey, es betrifft die HTML Sprache im Allgemeinen.
Internet kompatible Schriften
Es ist erstaunlich, wie wenige Schriften für die Darstellung in Internetseiten zur Verfügung stehen. Ein reiner Kompromiss zwischen Browsern. In dieser Hinsicht ist HTML noch in den Kinderschuhen, und stark entwicklungsfähig.
Man kann aber für interne Seiten eine Schrift auswählen, die auf dem jeweiligen System vorhanden ist. Das gilt vor allem für den Macintosh. Auf anderen Systemen habe ich das nicht ausprobiert.
- Arial / Helvetica
- Trebuchet
- Times
sind so etwa die gängigsten Schriften die kompatibel sind, - selbst in Internet Explorer von Microsoft.
Das formatieren einer Tabelle
- rechts- linksbündig
- oben, Mitte oder Ausrichtung unten
- Abstand zwischen den Zellen
- Abstand innerhalb der Zellen
- Einrücken der Schrift
- Farbe der Zelle / Tabelle
Sind nur Einige der Möglichkeiten, die sich mit Sea Monkey einstellen lassen. Dazu kommen noch die
Tabelleneinstellungen als Ganzes.
- % Höhe/Breite der Tabelle im Browserfenster
- % der einzelnen Spalten zu einander
- feste Breite/Höhe in Punkten usw. Beachtlich in Sea Monkey sind die verschiedenen
Darstellungen im Editor Modus
- WISIWYG (wie man die Seite später im Browser sieht)
- HTML Modus (die Programmier Sprache HTML)
- HTML Tags (die Darstellung einzelner Atribute)
- Preview (Darstellung ohne Bearbeitungsmerkmale)
Sprach Korrektur inklusive
Eine Realtime Sprachkorrektur in diversen Sprachen ist auch vorhanden. Besonders nützlich wenn man die Artikel gleich veröffentlichen will. Natürlich hindert diese nicht am nochmaligen durch lesen: -)
Veröffentlichung einer Seite
Ebenfalls vorhanden ist die Fähigkeit eine erstellte Seite sofort auf einem Server zu veröffentlichen. Mittels FTP wird die Seite hoch geladen. Empfehlenswert ist dazu auch ein gutes FTP Programm, damit man die Dateien auch kontrollieren kann. Dazu kann ich zwei Programme empfehlen, die leider nicht kostenfrei sind.
Yummi FTP und ForkLift
Es gibt aber auch Freeware FTP Programme, die ich jedoch nicht ausprobiert habe.
Fazit: Sea Monkey ist empfehlenswert, insbesondere weil es ein kostenloses Programm ist, das auch noch ständig weiterentwickelt wird.
Nachteile von Sea Monkey
- Im Moment existiert noch keine deutsche Gebrauchsanleitung, - die Leute von Mozilla suchen noch Übersetzer.
- Ab und zu muss das Programm neu gestartet werden, weil es offensichtlich nicht mehr überall arbeitet. Es ist allerdings schwer zu sagen wo dieses Problem zu suchen ist. Häufig liegt es auch am Autor, der unmögliches will: -)
Vorlagen zum runter laden (Temlates)
Internet: Was ist eine Wave ?
«Eine Wave ist ein gemeinsam geteilter Raum, in dem Sie mit Freunden und Kollegen diskutieren, arbeiten und kommunizieren können», erklärt Google-Manager Greg D'Alesandre alias Dr. Wave in einem Einführungsvideo. Er räumt ein, dass der Zugang zu dem neuen Dienst am Anfang etwas holprig verlaufe.
Aber die vom Browser angezeigte Webseite für den Dienst ist so aufgeräumt, dass man sich schnell zurechtfindet. Die Oberfläche ähnelt einer üblichen Webmail-Seite: Am linken Rand eine Liste mit Verzeichnissen wie «Inbox» (Eingang) und «Trash» (Papierkorb), in der Mitte eine Liste mit den einzelnen Waves und rechts die Anzeige des gerade markierten Beitrags.
Wenn Dokumente dynamisch werden
Aber eine Wave kann viel mehr als das E-Mail. Google sagt, Wave sei so wie E-Mail, «wenn sie heute neu erfunden würde». E-Mails werden von einem Mail-Server zum anderen geschickt, Absender und Empfänger haben jeweils eine Kopie des Dokuments. Wird eine Antwort erstellt, entstehen weitere Kopien. Eine Wave besteht hingegen aus einem einzigen Dokument, das dynamisch ist: Alle Antworten und Ergänzungen werden in dieses Dokument hineingeschrieben.
Der zeitliche Ablauf der Kommunikation wird gewissermassen als Film gespeichert. Ein «Playback»-Button spielt die als «Blips» bezeichneten Antworten und Beiträge Schritt für Schritt ab, in der Reihenfolge, wie sie entstanden sind.
Teilnehmer statt Absender und Empfänger
Wird eine neue Wave erstellt, kann man aus einer Liste mit Kontakten auswählen, an welche Personen sich dieser Beitrag richten soll. Bei der E-Mail gibt es Absender und Empfänger, bei einer Wave nur Teilnehmer. Neben der Abfolge von Mitteilungen wird so auch die gemeinsame Arbeit an einem Dokument möglich, ähnlich wie bei einem Wiki.
Sind zwei Teilnehmer einer Wave gleichzeitig online - zu erkennen an einem grünen Punkt am Symbolbild des Nutzers -, können sie in Echtzeit verfolgen, was der jeweils andere schreibt. Buchstabe für Buchstabe erscheint im Wave, während der Gesprächspartner eine Antwort eintippt. Damit kann Google Wave auch zum Chatten genutzt werden. Fotos werden in der Wave als verkleinertes Abbild angezeigt, ein Mausklick präsentiert das Bild in voller Browser-Ansicht im Web-2.0-Stil auf schwarzem Grund.
Tagi vom 25. Nov. 2009
Kreditkarten Datenklau
Zur Beruhigung,- betroffen sind scheinbar vor allem Besitzer die sich in Spanien Einkäufe mit der Kreditkarte versüsst haben. Natürlich zählen auf diese Weise bezahlte Hotelrechnungen dazu. Die Daten wurden vermutlich auf dem Weg in die Bank belauscht.
Es ist die vielleicht grösste Kartenumtauschaktion, die es in Deutschland je gab. Allein die Volks- und Raiffeisenbanken haben 60 000 Visa- und MasterCards ersetzt. Auch Kunden der Deutschen Bank, der Commerzbank und anderer Institute erhalten neue Karten. Grund sind Sicherheitsbedenken. Bei einer Finanzfirma in Spanien sind offenbar sensible Daten gestohlen worden. Diese könnten missbräuchlich verwendet werden, befürchten Experten.
Unklar blieb zunächst, ob bereits Schaden entstanden ist. Die ARD zitierte Bankkunden, die auf ihren Abrechnungen verdächtige Bezüge bemerkt haben, nachdem sie in den letzten Monaten in Spanien in den Ferien waren. Ob ein Zusammenhang mit der Umtauschaktion besteht, sei aber nicht erwiesen.
Rückruf ist nicht vorgesehen
Auch Kreditkarten-Besitzer in der Schweiz sind vom Datendiebstahl betroffen. «Der Vorfall hat Auswirkungen auf alle in der entsprechenden Periode in Spanien eingesetzten Kreditkarten, unabhängig vom Land des Kartenausstellers», heisst es in einer Mitteilung der Viseca, die unter anderem für Kantonalbanken, die Migros- Bank und die Bank Coop Karten herausgibt.
Ein Rückruf sei aber nicht vorgesehen, da Viseca-Karten mit der sogenannten Chip-Technologie ausgestattet seien. Diese biete einen «sehr hohen Schutz vor Kartenkopien». Potenziell als gefährdet identifizierte Karten hat die Viseca in ihrem System markiert und will sie überwachen. Die Karteninhaber müssten «keine speziellen Massnahmen ergreifen».
Noch unaufgeregter tönt es beim Viseca-Konkurrent Swisscard. «Unsere Betrugsabteilung arbeitet normal», sagte Urs Knapp, Sprecher des Kartenherausgebers. Es würden zwar vereinzelt Kreditkarten ausgetauscht, das sei aber das übliche Tagesgeschäft.
Gut organisierte Banden
Hinter Kreditkartenbetrug stehen meist Mafia-Strukturen. Längst vorbei die Zeiten, als ein Kellner heimlich die Daten einer Karte kopierte, um anschliessend eine kleine Summe zu belasten. Inzwischen klauen gut organisierte Verbrecher Kreditkartennummern im Grosspaket. Einfallstore gibt es viele. Wenn ein Kunde mit einer Karte bezahlt, wandert die Transaktion über mehrere Stationen bis zu seiner Bank. Irgendwo auf dieser Strecke haben offenbar auch die Täter in Spanien zugeschlagen. Auch in Onlineshops kommt es immer wieder zum Datenklau - und anschliessend zum Missbrauch.
Wie kann man sich als Konsument gegen einen möglichen Datenklau schützen? Das sei schwierig, versichern Kreditkartenanbieter, der Kunde hafte aber nicht, wenn er eine «elementare Sorgfaltspflicht» einhalte. Dazu gehört, dass man seine Kreditkartenrechnung auf verdächtige Abbuchungen überprüft. Bei Betrugsverdacht muss meist innerhalb von 30 Tagen Alarm geschlagen werden. Tagi
20. Nov. 2009 Überwachung betroffener Karten verschärft
"Wer als Kunde in den kommenden Tagen kein Schreiben mehr erhält, ist auch nicht betroffen", sagte ZKA-Sprecherin Melanie Schmergal. Die Verbraucher sollten sich nicht sorgen, weil etwaige Schäden in jedem Fall übernommen würden. Die Kunden haften dafür nicht. Bis zum Eintreffen der neuen Karten können die alten weiterbenutzt werden. Alle Banken und Sparkassen hätten die Überwachung der betroffenen Karten deutlich verschärft, so dass eventueller Missbrauch eingeschränkt werde. Pro Karte kostet die Umtauschaktion die Institute fünf bis zehn Euro.
Das Bundeskriminalamt ermittelt nach eigenen Angaben derzeit nicht. Bei der Polizei lägen auch nicht vermehrt Anzeigen vor, hieß es. Die Kreditkartenunternehmen verweigern weiterhin genauere Informationen zu dem Datenleck. "Wir wollen unsere laufenden Ermittlungen nicht gefährden", sagte Mastercard-Sprecher Thorsten Klein. Ähnlich hatte sich am Dienstag schon Visa geäußert. Wer die Ermittlungen von staatlicher Seite führe, wollte Klein nicht sagen.
Apple: Achtung, Rauchen kann Ihre Garantie gefährden
Bad News für rauchende Mac-Nutzer: Apple verweigert Kunden die Reparatur ihrer Computer, wenn diese in einem Raucherhaushalt stehen.
In den USA machen derzeit zwei kuriose Fälle in den Blogs die Runde. Ein MacBook-Besitzer brachte sein Gerät wegen eines defekten Lüfters in den nächstgelegenen Apple Store. Kosten sollte die Reparatur nichts, da die Garantie noch galt.
Das Unternehmen teilte dem verdutzten Kunden allerdings mit, dass das Notebook nicht repariert werden könne, da es offenbar aus einem Raucherhaushalt stamme. Apple-Techniker würden wegen der Rauchablagerungen Gesundheitsrisiken fürchten.
Eine ähnliche Antwort erhielt eine iMac-Nutzern, die Probleme mit dem DVD-Laufwerk hatte. Techniker könnten bei mit derartigen Stoffen kontaminierten Geräten aus Sicherheitsgründen keine Reparaturen machen. Beide Fälle wurden von der US-Konsumentschutzorganisation «Consumers Union» publik gemacht.
Auf Nachfrage habe das Sekretariat von Steve Jobs gemailt, dass Nikotin auf der Liste der gesundheitsschädlichen Substanzen der US-Gesundheitsbehörde OSHA stehe und Apple keinen Techniker dazu zwingen könne, an Geräten zu arbeiten, die mit Rückständen von Zigarettenrauch verschmutzt seien. Bei Apple Schweiz war auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Hacker gefährden die Landesversorgung
Ohne Internet fliessen heute weder Wasser noch Strom. Das mache die Infrastrukturen zu verletzlich, warnen Infromatik-Experten.
Bedürfnis nach Sicherheitserhöhung: Die Versorgungssysteme sind nun grundsätzlich denselben Bedrohungen ausgesetzt, wie wir sie vom Internet kennen.
Die Verteilung lebenswichtiger Güter wie Strom, Wasser und Gas ist heute ohne die Informationstechnologie undenkbar. Ebenso der Betrieb von Eisenbahnen, Verkehrsleitsystemen und der Post. Zur Überwachung, Kontrolle und Steuerung der Infrastrukturen setzen Industrie und Werke der öffentlichen Hand sogenannte Scada-Systeme ein - Supervisory Control and Data Acquisitions. Diese nutzen vermehrt Internet-Technologien, um mit den Zentralrechnern zu kommunizieren. Das macht sie und damit die ganze Landesversorgung verletzlich.
«Schadsoftware und Hacker halten Einzug»,
schreibt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes
(Melani) in ihrem Halbjahresbericht. Die Scada-Systeme seien für das
Funktionieren der Gesellschaft zentral. Ihre Sicherheit müsse erhöht
werden. Und zwar nicht nur um Sabotageangriffen vorzubeugen.
Auch
die Möglichkeit technischer Störungen müsse minimiert werden, etwa
durch eine doppelte Absicherung. Der Gebrauch herkömmlicher
Informations- und Kommunikationstechnologie sei zwar billiger, aber
riskant: «Scada-Systeme sind nun grundsätzlich denselben Bedrohungen
ausgesetzt, wie wir sie vom Internet kennen.»
Angreifer nutzen Lücken
Eine partielle Lähmung aufgrund dieser Ursache hat die Schweiz diesen Sommer am eigenen Leib erlebt. Das Europäische Zugkontrollsystem, mit dem die SBB elektronisch die Hochgeschwindigkeitszüge dirigieren, war Ende Juli von einer Panne betroffen. Diese wirkte sich auf das ganze Schweizer Streckennetz aus. In den USA sollen laut Melani Angreifer durch eine Sicherheitslücke ins Stromnetz eingedrungen sein und Programme hinterlassen haben, die für eine Störung der Elektrizitätsversorgung im ganzen Land benutzt werden könnten. Auch die geplanten Smart Grids (intelligente Netze) der kalifornischen Pacific Gas and Electric, die bis 2011 bei den Kunden intelligente Gas- und Stromzähler installieren will, könnten potenzielle Angreifer für gezielte Stromausfälle missbrauchen.
Um solche Systeme zu sabotieren, brauche es zwar gutes Insider-Knowhow, sagt der stellvertretende Melani-Leiter Max Klaus. Doch auszuschliessen seien Angriffe nicht. In Australien habe ein bei Beförderungen stets übergangener Mitarbeiter aus lauter Frust ganze Parks und ein Hotel unter (Ab-)Wasser gesetzt.
Immer
öfter schleppen heute unkontrolliert verwendete USB-Sticks und CD-Roms
Schadsoftware in Firmennetzwerke. Es gelte zu verhindern, dass sich
solche Vorfälle auf das Kontrollnetzwerk ausdehnen, hält Melani fest.
Allerdings sind griffige Schutzmassnahmen heute noch Sache von AKW oder
Stromversorgern selber: Für Unternehmen besteht keine Pflicht,
Cyberattacken einer Aufsichtsstelle wie Melani zu melden. «Für einen
Ansatz auf gesetzlicher Ebene bräuchte es politische Diskussionen»,
sagt Max Klaus.
www.melani.admin.ch (Tages-Anzeiger)


