Banker vor dem Kongress 

Sie wissen es ganz genau,- sind verantwortlich für die ganze Krise, haben Milliarden verdient, doch das soziale Bewusstsein fehlt. Wie sollte es auch anders sein, schliesslich führte das gleiche magere soziale Bewusstsein vor der Krise zum grössten Disaster der Neuzeit. Dass sich solches Bewusstsein nicht plötzlich schuldig fühlt ist eigentlich klar, Hirnzellen bilden sich nicht über Nacht. Egoismus gepaart mit sozialer Inkompetenz ist für diese Manager normal,- weit entfernt davon sich schuldig zu fühlen. Ein Armutszeugnis für die Menschheit, diese Leute sollten für ein paar Jahre in den Sozialdienst gestellt werden, damit sie lernen, dass es noch andere Menschen gibt, ausser sich selber. Mit anderen Worten,- Egoismus pur. GZ


Die Top-Banker winden sich vor dem Kongress

Die Chefs der wichtigsten amerikanischen Banken sollten sich vor der amerikanischen Finanzkommission zu ihrer unrühmlichen Rolle während der Wirtschaftskrise bekennen. Doch das taten sie nicht. 

Die Chefs amerikanischer Grossbanken haben ihre Geschäftspraktiken und hohen Bonuszahlungen vor dem vom US-Kongress eingesetzten Untersuchungsausschuss zu den Ursachen der Finanzkrise verteidigt. Die Manager der Wall-Street-Banken wurden am Mittwoch von einem zehnköpfigen Gremium zu ihrer Rolle vor der schwersten Rezession seit den 1930er Jahren befragt. Zu den vorgeladenen Zeugen gehörte neben JP-Morgan Chef Jamie Dimon der ins Feuer der Kritik geratene Goldman Sachs-Chef Lloyd Blankfein.

Keine Entschuldigung    Antreten mussten auch John Mack, Chairman von Morgan Stanley, und Brian Moynihan, Chef der Bank of America. Die umstrittene Bündelung von Geschäfts- und Investmentbanken in US-Grossinstituten hat nach Ansicht von JPMorgan Chase-Chef Dimon nicht zur Finanzkrise beigetragen.

Die Top-Banker entschuldigten sich zunächst nicht für die Verluste, die sie den Steuerzahlern und Kunden mit der Ausgabe von giftigen Wertpapieren eingebrockt hatten. US-Präsidialamtssprecher Robert Gibbs forderte eine Entschuldigung. Einige Bankenchefs agierten, als ob sich seit der Finanzkrise nichts verändert habe, sagte Gibbs.

Lediglich Wünsche erfüllt   Goldman-Chef Blankfein erklärte, dass sein Institut im «Strudel des Marktes» gefangen gewesen sei. Goldman habe lediglich die Wünsche seiner professionellen Investoren nach hohen Risiken erfüllt. Er bedauere die Folgen der Krise.

Bei seiner Anhörung unterbrach Blankfein mehrmals barsch den Vorsitzenden der Financial Crisis Inquiry Commission (FCIC), den ehemaligen Finanzminister von Kalifornien, Phil Angelides.

Die Ergebnisse der Befragungen sollen dem Kongress und US- Präsident Barack Obama spätestens am 15. Dezember 2010 übergeben werden. Der Kongress hatte den überparteilichen Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die Ursachen der Finanzkrise zu erforschen.

Boni seien angemessen   JPMorgan-Chef Dimon verteidigte zudem die heftig kritisierte Zahlung von Boni an erfolgreiche Mitarbeiter. Die Vergütungspraktiken bei seinem Institut «waren und bleiben angemessen», sagte er.

Die umstrittene Bündelung von Geschäfts- und Investmentbanken in Grossinstituten habe nicht zur Finanzkrise beigetragen. In der Wirtschaft seien Banken jeder Grösse nötig.

Bank-of-America-Chef Moynihan sah die Ursachen der Krise in der komplexen finanziellen Verbindung grosser Geldhäuser. Er forderte Veränderungen in der Bankenaufsicht. Morgan-Stanley-Chairman Mack sagte, dass die Krise fundamentale Fehler im Finanzsystem ans Licht brachte.

Am Donnerstag folgen die Politiker    Der Untersuchungsausschuss wurde in Anlehnung an die Pecora- Kommission eingesetzt, die den Crash an der Wall Street im Jahr 1929 untersuchte. Ihre Ergebnisse führten damals zur Schaffung der Börsenaufsicht SEC und zu anderen Reformen.

Am Donnerstag sind Vertreter von Regierung und Behörden mit ihren Aussagen an der Reihe: Justizminister Eric Holder, die Chefin der Börsenaufsicht SEC, Mary Schapiro, und die Vorsitzende des staatlichen Einlagensicherungsfonds FDIC, Sheila Bair. 

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